BV: Biosphärium ElbSchloss Bleckede, Umbau der Remise

Bauherr: Stadt Bleckede
Auftraggeber: Stadt Bleckede

Pfahlgründung für die Errichtung verschiedener Aquarien innerhalb der Remise des denkmalgeschützten ElbSchlosses in Bleckede, Niedersachsen. Eine wesentliche Erfordernis bestand im sorgsamen Umgang mit der denkmalgeschützten Bausubstanz. Eine Kraftentkopplung der neuen Gewichtslasten zum Altbestand stellten wir durch den Einbau von Kunststoffrohren sicher.

Um das von Herzog Ernst II. von Braunschweig-Lüneburg im Jahre 1600 errichtete ElbSchloss weiterhin in seiner Rolle als regionaler Tourismusmagnet in der Lüneburger Heide zu verankern, wurde in 2009 die Erweiterung des Informationszentrums für das Biosphärenreservat Niedersächsische Elbtalaue um verschiedene Aquarien sowie eine Biberfreianlage beschlossen. Nach Fertigstellung sollen insgesamt acht Aquarien die Artenvielfalt des Elbeökosystems mit ihren ca. 100 Fischarten veranschaulichen und so das Bewusstsein für den Artenschutz im Elbtal bei den Besuchern stärken. Zur Realisierung dieses Vorhabens wurde die alte Remise, die sich an den Innenhof des Schlosses anschließt und die über die Jahre verschiedene Künstlerateliers beherbergte, zur Stätte für diese Unterwasserwelt auserkoren.

Ganz es dem Baumeister „Biber“ gleichtun zu wollen, nahmen wir uns der Aufgabe an, die notwendigen Tiefgründungen der entsprechenden Aquarien herzustellen. Eine wesentliche Erfordernis bei der Ausführung unserer Gründungsarbeiten bestand im behutsamen Umgang mit der denkmalgeschützten Bausubstanz. Aus diesem Grunde entschieden wir uns für ein schonendes Bohrverfahren mit einem kleinen Kellerbohrgerät vom Typ KR 702, das durch ein separat geführtes Hydraulik-Antriebsaggregat betrieben wurde und dessen Lafette zentimetergenau unter dem alten Gebälk Platz fand. Auch stellten wir durch eine gesonderte Bohrgutauffangvorrichtung am Bohrloch sicher, dass sich die Verschmutzung des Innenraumes der Remise mit Bohrsuspension sehr in Grenzen hielt.

Die Herstellung der insgesamt 17 Stück Verpresspfähle durch die Bestandssohle stellten keine besonderen Schwierigkeiten für unsere Bohrmannschaft dar. Aufgrund der lichten Höhenbeschränkung musste der Einbau der Stahltragglieder in Meter-Stößen erfolgen. Um eine Eintragung der neuen Gewichtslasten auf den Altbestand zu verhindern, bauten wir zusätzliche Kunststoffrohre im oberen Bereich der Pfähle ein, um einen Kraftschluss zwischen Neubau und Altbestand des Fußbodens zu verhindern.

Derzeit ist die Fertigstellung der gesamten Baumaßnahme mitsamt der Biberfreianlage für das kommende Jahr geplant. Wir freuen uns an diesem Projekt zur Erhaltung der Elbe als artenreichster Strom Europas mitgewirkt zu haben und hoffen auf eine baldige und erfolgreiche Eröffnung!

Ergänzende Info

Bauherr: Stadt Bleckede
Auftraggeber: Stadt Bleckede
System: Gewi-Pfahl / Stahldurchmesser 32,5 bzw. 40 mm
Anzahl: 17 Stück
Länge: 10,50 – 13,00 m
Gebrauchslast: bis 420 kN
Prüflast: ohne Angabe
Herstellverfahren: einfach verrohrtes Drehspülbohrverfahren
Bodenart: Torf / Sand
Ausführungszeitraum: 17. bis 20. Mai 2010
Bauzweck: Tiefgründung
Bausystem: GEWI
Gewerk: Pfahlgründungsarbeiten
Baugewerbe: öffentliche Einrichtung
Land: Norddeutschland

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