BV: Umbau Bremer Weserstadion, West- u. Ostkurve

Bauherr: Bremer Weserstadion GmbH
Auftraggeber: Kamü Bau GmbH

Tiefgründung der Ost- u. Westtribü­nen des Bremer Weserstadions. Der hohe Termindruck veranlasste uns innerhalb von nur 17 Arbeitstagen teilweise im Mehrschichtenbetrieb mit drei Bohreinheiten 461 Kleinbohrverpresspfähle (Mikropfähle) mit einer Gesamtlänge von 6.500 m herzustellen.

Wohl kein anderer Sport verbindet die Menschheit so sehr wie der Fußball. Nicht zuletzt die hervorragenden Leistungen der deutschen Nationalmannschaft in den letzten Jahren haben überall große Anerkennung hervorgerufen. Die Bundesliga erlebt seither einen neuen Aufschwung, der sich u. a. in steigenden Besucherzahlen manifestiert und die hiesigen Stadien an ihre Kapazitätsgrenzen bringt. Der SV Werder Bremen hat sich deshalb dazu entschieden, die heimische Fußballarena zu erweitern bzw. umzubauen. So soll das Stadion zu einer reinen Fußballarena ohne umlaufende Tartanbahn umgestaltet werden – von außen mit einer futuristischen Glasfassade bedeckt, von oben mit rund 200.000 Solarzellen bestückt.

Als Teil der Maßnahme sollten nun die Ost- und Westtribünen begradigt und näher an das Spielfeld herangezogen  werden, um den Zuschauern ein hautnahes Erlebnis zu ermöglichen. Hierzu mussten die Tribünen inkl. Dach gänzlich neu gebaut und bemessen werden, was eine neue Lastverteilung zufolge hatte. Zusätzliche Block- und Streifenfundamente sowie temporäre Hilfsstützen waren zu erstellen und allesamt tief zu gründen. Der Tiefgründung dieser Tribünen und Hilfsstützen nahmen wir uns trotz unserer fußballerischen Nähe zum Nordrivalen Hamburger SV gerne an.

Zunächst stellten wir 86 Gewi-Verpresspfähle zur Gründung von 9 temporären Hilfsstützen entlang der Westtribüne her. Diese waren für den Umbau des Daches notwendig und wurden außerhalb des Stadions platziert, so dass die Herstellung bereits während der heißen Bundesligaphase im März und April erfolgen konnte, ohne den Spielbetrieb zu beeinflussen. Die Krafteinteilung erfolgte entlang der geneigten Stützen über unsere ebenfalls schräg eingebrachten Mikroverpresspfähle.

Innerhalb des Stadions stellten wir während der Sommerpause der Bundesliga 2009 insgesamt 189 Mikroverpresspfähle, die zusätzlich zu den Drucklasten teilweise auch Wechsellasten und dynamischen Einwirkungen der Stadiongäste aufnehmen müssen, für die Tiefgründung der neuen Westtribüne her. Um Schäden an benachbarten Fundamenten und sonstigen Bauteilen zu vermeiden war ein erschütterungsarmes Bohrverfahren notwendig. Aus geologischer Sicht mussten die Pfähle innerhalb  der tragfähigen Sandschicht und oberhalb der weicheren Lauenburger Lehmschicht abgesetzt werden. Dank einer gelungenen Abstimmung mit Fa. Kamü Bau GmbH waren unsere Arbeiten mit einer Bohr- und Verpresseinheit auch trotz räumlicher Enge ohne Einschränkungen durchführbar.

Die Gründungsarbeiten für den Umbau der Osttribüne wurden während der Sommerpause in 2010 vollzogen. Hierbei war eine höchste terminliche Enge zu berücksichtigen, so dass wir teilweise mit 3 Bohreinheiten gleichzeitig auf engstem Raum eine maximale Produktivität sicherstellen mussten. Insgesamt stellten wir hier innerhalb von 17 Tagen 461 Mikropfähle mit einer Gesamtlänge von rund 6.500 m unter Einhaltung des vorgegebenen Terminplanes her. Zeitgleich fanden Abbrucharbeiten an den Bestandstribünen sowie die Herstellung von Vollverdrängungspfählen in unmittelbarer Nähe statt, so dass es einer exzellenten Planung und Koordination seitens unseres Auftraggebers bedurfte. Einzelne Fundamente unterhalb der Stadiontribünen konnten wir nur mit einem Minibohrgerät verankern.

Ergänzende Info

Bauherr: Bremer Weserstadion GmbH
Auftraggeber: Kamü Bau GmbH
System: Gewi-Pfahl / Stahldurchmesser 40 und 50 mm
Anzahl: 275 Stück (Westkurve), 461 Stück (Ostkurve)
Länge: 11,50 – 15,50 m
Gebrauchslast: bis 465 kN
Prüflast: ohne Angabe
Herstellverfahren: einfach verrohrtes Drehschlagbohrverfahren mit Außenspülung
Bodenart: Sand / Kies
Ausführungszeitraum: März – Mai 2009 (Westkurve), Mai – Juni 2010 (Ostkurve)
Bauzweck: Tiefgründung
Bausystem: GEWI
Gewerk: Pfahlgründungsarbeiten
Baugewerbe: Gewerbe-Industriebau
Land: Norddeutschland

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