BV: Grundinstandsetzung der Binnenhafenkaje in Kiel - Wik

Bauherr: Wasser- und Schifffahrtsamt Kiel
Auftraggeber: Arge Binnenhafenkaje Kiel – Wik (F+Z Baugesellschaft mbH & Heinrich Hirdes GmbH)

Rückwärtige Sicherung der neuen, vorgesetzten Spundwand am Kieler Binnenhafen im Zuge der Sanierung der Binnenhafen Kaje in Kiel – Wik. Eine Kraftübertragung in den Bestandsholzpfahlrost auf den ersten 15 Bohrmetern sowie die punktgenaue Durchörterung einer in 17 m Bohrtiefe befindlichen Stahlspundwand musste gewährleistet werden.



Mit bis zu 130 Schiffspassagen pro Tag gilt der Nord-Ostsee-Kanal als eine der meist befahrensten Wasserstraßen der Welt. Im Zuge dessen Erweiterung wurde in den Jahren 1911 und 1912 eine ca. 800 m lange Kaimauer am Südufer des Binnenhafens Kiel-Holtenau erstellt, die auf einem hohen Holzpfahlrost mit hinterer Holzspundwand gegründet wurde. Nach zunehmenden von Bohrmuscheln verursachten Schäden wurde im Jahre 1957 eine erste Stahlspundwand zur Sicherung vorgerammt, die es nun durch eine neue, ebenfalls vorgezogene Stahlspundwand zu ersetzen galt. Unsere Aufgabe bestand darin, die neue Spundwand vom Wasser aus im tragenden Geschiebemergel zu verankern, ohne dass es zu einer Krafteintragung in die vorhandenen Holzpfähle auf den ersten 15 Bohrmetern kommt. Zudem befand sich in Teilbereichen eine unbekannte Stahlspundwand in etwa 17 m Bohrtiefe direkt hinter der bekannten Holzspundwand. Beide Spundwände haben wir mit speziellen Bohrkronen des äußeren Bohrstranges durchkernt.

Zur Lösung unserer Aufgabe setzten wir 30 – 35 m lange Gewi-Stäbe mit Ø 63,5 mm ein, die oberhalb der neuen Stahlspundwand in einem Winkel von 45° eingebohrt, vergurtet und in ein Stahlbetonholm einbetoniert wurden. Um eine Kraftübertragung auf die Holzpfähle auszuschließen, wurden die Gewi-Pfähle auf den oberen 15 m mit einem glatten Kunststoffrohr überzogen. Eine Besonderheit bei den Bohrarbeiten bestand darin, dass nach dem Durchkernen der Stahlspundwand das gesamte Bohrgestänge wieder aus dem Baugrund gezogen werden musste, um zunächst den stählernen Bohrkern aus dem äußeren Bohrrohr (Ø 178 mm) entfernen zu können. Beim anschließenden wieder Abteufen des Bohrgestänges mussten die bereits durchkernten Löcher der Spundwände in bis zu 17 m Bohrtiefe wieder zielgenau angetroffen werden. Dies ist uns nach den ersten Fehlbohrungen dann stets mit Erfolg und zur Zufriedenheit unseres Auftraggebers gelungen.

Ergänzende Info

Bauherr: Wasser- und Schifffahrtsamt Kiel
Auftraggeber: Arge Binnenhafenkaje Kiel – Wik (F+Z Baugesellschaft mbH & Heinrich Hirdes GmbH)
System: Gewi-Pfahl / Stahldurchmesser: 63,5 mm / Stahlgüte: S 550/700v
Anzahl: 190 Stück
Länge: 30 – 35 m
Gebrauchslast: 925 – 1000 kN
Prüflast: ohne Angabe
Herstellverfahren: (Nass-) Doppelkopfbohrverfahren mit 3 Nachverpressungen
Bodenart: Sand / Holzpfähle, Geschiebemergel
Ausführungszeitraum: April 2007 – April 2008
Bauzweck: Uferverankerung
Bausystem: GEWI
Gewerk: Verankerungsarbeiten
Baugewerbe: Wasserbau
Land: Norddeutschland

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